E-Mobilität ist eine feine Sache, aber man muss sich das auch leisten können. ...
Seufz. Ja. Seufz.
Und deswegen ist ihr Anteil auch maßgeblich da wo er ist!
Darf man annähernd niemandem "böse sein", der kein BEV fährt!
E-Mobilität ist eine feine Sache, aber man muss sich das auch leisten können. ...
Seufz. Ja. Seufz.
Und deswegen ist ihr Anteil auch maßgeblich da wo er ist!
Darf man annähernd niemandem "böse sein", der kein BEV fährt!
Hallo zusammen,
zwar bin ich nur ein "demnächst-Inster-Besitzer", aber ich fuhr zuvor zwei Jahre lang Dacia Spring.
Als Industrieelektriker habe ich schon vor 25 Jahren eine 5x 2,5qmm Leitung in die Waschküche verlegt und drei dauerlastfähige Steckdosen (eine pro Phase) angebracht. Die Hauselektrik ist mit 63A Schmelzeinsätzen, FI und 20A Automaten für die Waschküche, ansonsten 16A Automaten, abgesichert.
Mit einem alten ausrangierten Stromzähler habe ich die Energiemenge vor der Steckdose immer mitgemessen und anfangs, als ich auch voller Befürchtungen hinsichtlich der Verluste war, ab und zu mit der Energiemenge verglichen, die sich anschließend in der Batterie befand. Die kleine preiswerte Nuckelpinne hatte keine Akkutemperierung und sicher nur die billigstmögliche Ladeelektronik.
Ergebnis: Kann man machen, wenn die Installation gut ist.
- der Ziegel selbst bleibt fast eiskalt, macht also keine nennenswerten Verluste
- die Steckdose blieb kalt, das Kabel auch und die Verteilerdosen auch (mit Infrarotthermometer überprüft)
- eine antike Klöckner-Möller-Feuchtraumdose (noch mit Schraubklemmen) bei meinen Eltern wurde auch nicht heiß
- die Standbyverluste des Fahrzeugs beim Laden waren sehr weit entfernt von den oft kolportierten 250W
- für 20kWh im Akku (entsprach ca. 10 bis 80%) brauchte ich 21 kWh laut Stromzähler, also 5% Verlust. Ladezeit ca. 8 3/4 Stunden.
- die Verluste gehen anscheinend weitgehend auf das Konto des AC-Ladegeräts im Auto, also des Gleichrichters.
- die Akkugesundheit nach 30.000 km mit der beschriebenen Lademethode war über 95%
Etwas offtopic hier noch der Grund, warum ich keine Wallbox installierte:
Ich dachte die ganzen zwei Jahre, daß es sicher ganz bald brauchbare und bezahlbare DC-Heimlade-Geräte gäbe, die -über die kleinere und nicht beim Netzbetreiber anzumeldende Drehstromsteckdose- aus 3x16A in Dreieckschaltung (400V) insgesamt 19,2 kW zögen. Aber die Zubehörindustrie hat mich diesbezüglich enttäuscht. Das billigste DC-Heimladegerät kostet gerade 4.499 €.
Toller Beitrag Dudeldi , vielen Dank dafür!
Nur eine Sache:
Interessant, dass deine Verluste so niedrig waren, das scheint mir tatsächlich nicht komplett realistisch. Ich vermute, dass der tatsächlich nutzbare (nachladbare) Energiegehalt nicht dem nominellen entsprach, darum die angenommene nachgeladene Energie zu hoch vermutet wurde. Und/oder der SoC wurde nicht immer genau ausgegeben, auch das ist ein übliches Phänomen.
Denn selbst bei 11kW Drehstrom liegen die Ladeverluste üblicherweise bei ganz grob 10-15%, wie inzwischen auch größere seriöse Tests zeigen.
Ich kenne mich null aus, doch als du gerade von DC-Heimladegeräten sprachst, meinte ich sowas auch mal gehört zu haben. Oder zumindest auf dem Level eine um so weitere Verbreitung in den Städten, öffentlich.
[...] dass deine Verluste so niedrig waren, das scheint mir tatsächlich nicht komplett realistisch. [...]
Ja, da hast Du wahrscheinlich Recht. Es kann auch durchaus sein, daß der Ladevorgang wechselstromseitig einen hohen Blindstromanteil hat, was bei meinem nicht geeichten, elektromechanischen Zwischenzähler (so einer mit drehendem Rädchen) zu Abweichungen führen kann.
Sicher ist eine Wallbox die bessere Lösung. Für den Inster werde ich mir eine anschaffen.
Ich dachte die ganzen zwei Jahre, daß es sicher ganz bald brauchbare und bezahlbare DC-Heimlade-Geräte gäbe, die -über die kleinere und nicht beim Netzbetreiber anzumeldende Drehstromsteckdose- aus 3x16A in Dreieckschaltung (400V) insgesamt 19,2 kW zögen. Aber die Zubehörindustrie hat mich diesbezüglich enttäuscht. Das billigste DC-Heimladegerät kostet gerade 4.499 €.
...und auch dabei habe ich falsch recherchiert (Nachtrag für die Elektriker unter uns):
Die DC-Heimlader/Wallboxen (ab 4500€ aufwärts) arbeiten alle an 3x32A-Anschlussdosen, die genehmigungspflichtig sind.
Das ist schade und unnötig. Zwar kann man damit dann mit 22kW laden anstatt mit den üblichen 11kW, aber es ginge auch anders: wenn die internen Gleichrichter die 400V (früher 380V) Differenzspannung zwischen den Außenleitern nutzen würden anstatt die 230V zwischen Außenleiter und Sternpunkt, kämen sie auf immerhin 19 kW - an genehmigungsfreien 16A-Drehstromsteckern! Und genau das gibt es eben leider gar nicht. Sehr komisch. Mein alter Küppersbusch-Elektroherd (60er Jahre) arbeitet durchaus "im Dreieck", also mit den 400V (bzw. früher 380V) zwischen L1, L2 und L3 (bzw. früher U,V, und W). Wird deutlich schneller heiß als alle modernen Herde, man kann sich an den offenen Glühspiralen nach 5 Sekunden eine Zigarrette anzünden
. Ist alles ganz offiziell auf dem Anschlußpanel so gekennzeichnet, je nach Wunsch kann, darf und soll man dort kleine Kupferblech-Überbrücker je nachdem ob Stern oder Dreieck gewünscht ist anders konfigurieren.
Irgendwie scheint die Dreiecks-Schaltung bei neuen Geräten außer Mode gekommen zu sein. Dabei ist das (neben dem definierten Drehsinn, der dem Drehstrom seinen Namen gab) ja der zweite der beiden Vorteile des Drehstroms, daß man wegen der höheren Spannung bei 3x380V viel mehr Leistung durch gleichdünne Strippen bekommt als mit 3x230V.
Würden die DC-Heimlader mit ihren fetten, genehmigungspflichtigen Steckdosen ebenfalls im Dreieck laufen (was sie nicht tun), könnte man 38KW Ladeleistung herausholen (ohne die Hausleitungen stärker zu belasten als bei 22kW im Sternbetrieb).
So, jetzt aber genug gefachsimpelt, nützt ja alles nichts wenn es das nicht zu kaufen gibt. Es hat mich halt nur gewundert.